Montag, 7. Juni 2010

Spinnen wir die Geschichte etwas weiter …

Ich komme irgendwie einfach nicht darum herum, mir so meine Gedanken zu einer möglichen Erweiterung zu machen. Auch wenn ich im Augenblick ohnehin schon zwei noch nicht fertige Entwürfe für weitere Leitfäden habe, muss ich doch zumindest kurz ein paar Ideen loswerden. Vielleicht ist ja das eine oder andere Detail am Ende durchaus wahr, auch wenn das im Moment reinste Spekulation ist.

In einem der vor einiger Zeit veröffentlichen Videos konnte man im Hintergrund eine Karte des Reiches Bretonia erkennen, womit sich Yitu ausführlich befasst hat. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss mehrerer Baronien südwestlich vom Imperium – ein Gebiet, das bisher im Spiel nicht zu erreichen ist. Es ist ja genaugenommen auch eigenständig.

Karte von Bretonia, dem Wald von Loren und den umliegenden Regionen (Games Workshop)

Wer eine detailiertere Karte sucht, kann übrigens bei Liber Fanatica und bei Black Spectrum Productions entsprechendes Material finden.

Bretonia ist ein Land, das ähnlich wie das Imperium an das europäische Mittelalter erinnert. Allerdings finden sich hier viel mehr Einflüsse aus dem damaligen Frankreich und dem England der Artussage. Wenn man die Karte betrachtet, so fällt auch ein riesiges Waldgebiet östlich von Bretonia auf: der Wald von Loren. Es ist ein magischer Ort, an den sich die Hochelfen, die nach dem Krieg der Bärte nicht nach Ulthuan zurückgekehrt sind, zurückgezogen haben. Diese sind nun als Waldelfen bekannt. Wer sich an die Patchnotizen der Version 1.3.5 erinnert, dürfte auch von der roten Pest gelesen haben. Sehr wahrscheinlich ist dabei, dass es sich hierbei auch um die als rote Pocken bezeichnete Krankheit handelt, die – im Rahmen der bisherigen Warhammer-Geschichte – besonders in Bretonia gewütet hat und dort von den Skaven hervorgerufen wurde. Diese wurden dann schließlich zusammen mit den oben erwähnten Waldelfen besiegt. Nun fehlen nur noch die besonders durch das neueste Video ins Gespräch gebrachten Vampire … diese sind eigentlich überall in der Welt von Warhammer vertreten und agieren nicht selten eher aus dem Hintergrund, denn so gerne hat einfach niemand einen Vampir als Nachbarn, was sicher jeder verstehen kann. Eines der eher “bösen” Völker – Vampire oder Skaven - agiert in meiner Vorstellung als neutral bzw. als für beide Seiten als Gegner (so wie die Untoten in den Ländern der Toten).

Nun zu der Hintergrundgeschichte, die ich mir hierzu ausgedacht habe:

  • Ein Vampirfürst (oder Karl Franz) bringt die Bretonen dazu, dem Imperium Hilfe zu schicken und zieht diese so mit in den Krieg, wodurch gleichzeitig die Verteidigung der eigenen Landstriche geschwächt wird.
  • Die Skaven (und ggf. auch die Vampire) nutzen die Situation aus und fallen sowohl in das (süd-)östliche Bretonia als auch in den Wald von Loren ein, was bereits durch den Ausbruch der roten Pest eingeleitet wurde. (Dahinter könnten ja durchaus Tzeentch und/oder Malekith stecken.)
  • Die Waldelfen werden dadurch ebenfalls gezwungen, gegen die Armeen der Zerstörung loszuziehen.
  • Sowohl Ordnung als auch Zerstörung schicken Truppen in das Gebiet zwischen Bretonia und Loren, da keine Seite riskieren will, dass von da unten Verstärkung für den Gegner bereitgestellt wird.

Wer bekommt nun also was als neue Einheiten? Nachdem ich bisher 4 Völker angesprochen habe – Bretonen, Waldelfen, Skaven und Vampire – würde ich davon ausgehen, dass die Ordnung Bretonen und Waldelfen mit jeweils 2 Karrieren erhält (ähnlich wie die jetzigen Grünhäute, auch wenn sowohl Goblins als auch Orks als Grünhäute zählen) und die Zerstörung entweder 4 Skaven- oder 2 Skaven- und 2 Vampir-Karrieren erhält. Wenn man aber bedenkt, dass bisher keine der beiden Seiten so recht mit Vampiren zusammenarbeitet, die Zerstörung teilweise aber mit den Skaven (für Warpstein tut so ein Skave ja doch fast alles), dann tendiere ich eher zu 4 Skaven-Karrieren und überhaupt keine Vampire als Spielercharaktere – allein wegen deren Macht und Schwächen (Sonnenlicht und Co.). Warum aber die Aufteilung für die Ordnung? Wer sich etwas mit Warhammer und vor allem auch mit bisherigen Diskussionen zu neuen Karrieren/Völkern in WAR befasst hat, wird recht schnell feststellen, dass die Skaven sehr beliebt sind – vielleicht zu sehr.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass bei einer Aufstellung “Bretonen gegen Skaven” die Ordnung sogar dermaßen den kürzeren ziehen könnte, dass ein Großteil der Spieler die Seiten wechselt oder einen solchen Wechsel erst recht nicht in Betracht zieht (je nachdem auf welcher Seite man bisher steht). Außerdem gibt es zwar Unterschiede zwischen dem Imperium und Bretonia, aber trotz allem hat man hier wieder Menschen als mittelalterliche Krieger in Rüstungen (vergleichbar mit Sigmarpriester, Ritter des Sonnenordens, usw.), weshalb man mehr Abwechslung benötigt. Was wäre dafür besser geeignet als halbnackte Elfen in der Form der Waldelfen? Allerdings frage ich mich auch bei einer solchen gemischten Kombination, welche neuen Karrierenmöglichkeiten geboten werden sollen, die bisher nicht ohnehin in irgendeiner Form vorhanden sind. Was dürfte etwa ein Bogenschütze der Waldelfen bieten, ohne dass die bestehenden Schattenkrieger unattraktiv werden? Vielleicht keine Haltungen und dafür einen Tiergefährten? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht …

Auch stellt sich die Frage, welche neuen Gebiete eine solche Erweiterung bieten soll(te). Dass Mythic uns mit einer kompletten Paarung incl. 4 Abschnitte überrascht, glaube ich nicht. Es gibt eigentlich bereits mehr als genug Gebiete, um die man kämpfen kann und neue Karrieren lassen sich dort genauso als Verstärkung oder ähnliches integrieren. Ein einziges Gebiet – wie im vergangenen Jahr bei den Ländern der Toten – halte ich auch für eher unwahrscheinlich. Immerhin dürfte es sich dieses Mal ja doch um eine käuflich zu erwerbende Erweiterung handeln. Ich würde die Kämpfe daher am ehesten um insgesamt zwei Gebiete ansiedeln: Den Wald von Loren und das östliche Bretonia.

Konzentrieren wir uns zunächst auf Bretonia. Hier gibt es nicht nur Wälder und Hügelketten, nein es gibt auch weite Ebenen. Das wäre eine Änderung, die sich viele schon für die bisherigen RvR-Gebiete gewünscht haben: Große Flächen, die “Roaming” – also das freie Umherstreifen von Gruppen – fördern und unterstützen. Für einen solchen Bereich wären diese Landstriche sicherlich geeignet. Ordnungsspieler würden im Norden des Bereichs beginnen (Ausrichtung in Richtung der größeren Städte von Bretonia und des Imperiums), während die Zerstörung ohne Probleme im Süden beginnen könnte (in den dortigen Gebirgsregionen gibt es unzählige Skavenstädte, unter anderem auch ihre Hauptstadt Skavenblight (teils auch als Skavenfäule bekannt).

Und was ist mit dem Wald von Loren? Dieser könnte allein schon gestalterisch einen starken Kontrast zu offenen Flächen bieten. Wer schon im Tal des Jägers war, das übrigens dieses Jahr wohl zurückkommen dürfte, weiß sicherlich, was ich meine. Das Gebiet könnte ich mir sowohl als PvE- als auch als PvP-Dungeon vorstellen. Der gesamte Wald ist dermaßen von Magie durchgeben, dass sich selbst die Pfade und Wege ständig verändern können. Die Idee eines an ein Labyrinth erinnernden Dungeons, den es zu erforschen gilt und der seine Gestalt ständig ändert, klingt zumindest in meinen Augen sehr interessant. Ein Gegner flüchtet hinter eine Ecke und bevor man zu diesem aufschließen kann ist der Durchgang verschwunden, während sich an einer anderen Stelle eine neue Passage öffnet. Das würde nicht nur Kommunikation und Teamplay fördern, sondern könnte auch wirklich interessante Wendungen in Kämpfe bringen.

Das Verlorene Tal ist in meinen Augen beispielsweise ein weitaus gelungenerer Dungeon (weniger fehleranfällig, länger, mehr auf Teamwork, weniger auf “möglichst viel Schaden in kurzer Zeit” ausgelegt) als das Grab des Geierfürsten, aber beide Dungeons sind trotzdem einfach nur linear (auch wenn man im Verlorenen Tal bedingt die Wahl, welchen Pfad man in welcher Reihenfolge bestreiten möchte). Hat man einmal alle Gänge und Passagen gesehen, war es das und es ist eigentlich bei jedem Mal das gleiche Spiel. Was wäre aber nun, wenn einzelne Zugänge nicht immer sofort passierbar wären oder man nicht immer in festgelegter Reihenfolge die gleichen Gegner vorfinden könnte? Vielleicht würde man so sogar verschiedene Gegner an verschiedenen Orten bekämpfen können müssen, ohne sich dabei z.B. zu sehr auf bestimmte Besonderheiten der Umgebung (eine bestimmte Ecke des Raums, ein Stein, usw.) zu fixieren. Ein Dungeon, der jedes Mal ein etwas anderes aber trotzdem konstant gutes Spielerlebnis vermittelt und der Überraschungen offen lässt, die sich nicht nur darauf beziehen, welche Beute nun abfällt.

Allerdings fehlt es mir hier – zumindest für die Ordnung – an würdigen oder glaubhaften Gegnern (innerhalb des Waldes). Aber ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es noch einen ähnlichen Dungeon für die Ordnung gibt, der in den südlichen Gebirgen angesiedelt ist und bei dem es sich um eine Stadt der Skaven handelt, wobei immer wieder Höhlenabschnitte einstürzen oder freigeräumt werden.

Auch wenn die E3 ja schon bald beginnt … so wirklich erwarten kann ich es kaum noch. Hoffentlich wird es keine Enttäuschung, aber eigentlich ist das auch fast unmöglich, denn irgendetwas muss das “geheime Projekt” sein und ich würde einfach behaupten, Mythic kann es sich nach den Gerüchten und Spekulationen der letzten Wochen eigentlich kaum leisten, am Ende etwas zumindest ohne Skaven herauszubringen …

Kommentare:

  1. Servus,

    wieder mal ein sehr gelungener und gut ausgearbeiteter Beitrag.

    Bezüglich der Skaven wären ja eigentlich die Echsenmenschen die einzige Rasse, die auch nur halbwegs vom Popularitätsgrad her mit den Skaven mithalten können. Nach den neuesten Regeländerungen von Warhammer Fantasy, könnte man sie ja auch ohne Probleme auf Seiten der Ordnung implementieren...

    Letztlich bin ich jedoch vorsichtig mit den Gerüchten geworden. Aktuell gibt es keinen verlässlichen Anlass zu glauben, dass Mythic überhaupt an der E3 teilnimmt. Gleichzeitig stellt man sich als Spieler die Frage:

    Was soll das ganze? Warum macht sich jemand so viel Arbeit um dann die Leute mit nichts vor den Kopf zu stoßen. Der Spannungsbogen ist mittlerweile aufgebaut, nun muss eigentlich endlich etwas kommen.

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  2. Irgendwas kommt sicher. Auf die E3 würde ich mich auch nicht so verlassen (Teilnahme gleichbedeutend mit "kommt was?"), denn den Stellenwert, den die vor Jahren hatte, hat sie schon lange nicht mehr.

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  3. Was könnte an den WE und Bretonia Klassen besonderes sein?

    Meine Überlegungen:

    WE - Tank

    Es gab in einer der früheren Editionen Waldelfen Tierbändiger. Diese hatten verschiedene Tieraspekte (Bären u. Tiger zB.) und konnten sich auch in diese verwandeln. Gibt es so in der Form nicht und wird auch mit Skaven nicht bei den Destros kommen können. Ein Plus für die Ordnung.

    WE Heiler

    Ein Zaubersänger der einen Bären als Begleitung hat. Heiler mit Pets gibt es aktuell noch nicht im Spiel, in DaoC gab es sowas aber. Könnte bei den Skaven in Form von Prophet mit Rattenoger kommen... glaub aber ehr Oger werden die Tanks.

    Bretonen - Tank

    Gralsritter werden in der Lore als fast schon übermenschlich beschrieben und da sie die Champions der Herrin der See sind ist vielleicht nicht so abwegig ihn etwas göttliche Magie zu verpassen. Da sie auch etwas gegen Untote haben würden sie, auch vom Äußeren, perfekt in das Bild des Paladins aus anderen Spielen (WoW, Diablo, D&D etc.) passen. Mehr als der Sigmarpriester.

    Das sind so die Ideen die etwas "Besonderes" wären. Da hätten wir aber zwei Tanks. Kampftänzer wären die wahrscheinlichste Melee Klasse. Wo ich aber nichts weiß sind die Rangeklassen. Die Waldelfen sind eig. DAS Bogenschützenvolk und wenn man sie einführt dann nicht ohne eine Bogenklasse. Leider haben wir mit dem Schattenkrieger schon eine Bogenklasse. Außerdem hat die Ordnung schon zwei "physische" Range DDs, ein Zauberer würde ihnen besser stehen. Aber wie gesagt ohne vermutlich Waldläufer gehen Waldelfen nicht... mit Pet wäre es "nur" ein Squigtreiba.

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